Abschied von Walburga Gerner, Hildegard Glück, Roswitha Herrler und Monika Meier

Schernfeld – Mit dem letzten Schultag ging an der Grundschule Schernfeld eine Ära zu Ende. Denn Schulleiter Stefan Rank musste gleich vier Lehrer auf einmal in den Ruhestand entlassen. Zur offiziellen Feier versammelte sich die Schulgemeinschaft mit ehemaligen Schulleitern und Kollegen sowie den zugehörigen Familien auf dem Bolzplatz der Schule, um gemeinsam Abschied zu nehmen.

„Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten“, zitierte die Vertreterin des Elternbeirats Chiara Thoma den Gelehrten Konfuzius. „Sie müssen also“, so fügte sie schmunzelnd hinzu „erfüllte Jahre erlebt haben, die Ihnen nicht wie Arbeit vorgekommen sind. Denn dass Sie den Beruf mit Freude und Liebe ausübten, das merkte man jeden Tag!“ Auch Schernfelds Bürgermeister Stefan Bauer schloss sich dieser Einschätzung an. „Dass die Kinder in der Gemeinde Schernfeld immer gerne zur Schule gehen, das liegt an Ihnen! Und dafür möchte ich mich im Namen ganzer Schülergenerationen ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, so das Gemeindeoberhaupt.

Mithilfe vieler Bilder aus über vierzig Jahren Schernfelder Schulgeschichte spannte Rektor Stefan Rank in seiner Ansprache den Bogen von den Anfängen des Lehrerlebens bis hin zum Ruhestand der frischgebackenen Pensionistinnen. Er erinnerte an die Zeiten des Studiums, an die „Wanderjahre“ als Anwärter und mobile Reserve und versäumte es nicht, auch daran zu erinnern, dass er selbst als Erstklasskind bei der Vertretungslehrerin Walburga Gerner 1979 die Buchstaben lernte. Zwischen 1985 bis 1989 verschlug es schließlich alle vier Lehrerinnen an die Grundschule Schernfeld. Und dort sollten sie schließlich bis zu ihrer Pensionierung unterrichten und darüber hinaus die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllen.

Die herausragenden Eigenschaften jeder Einzelnen beschrieb Rank – und auch manch liebgewonnene Marotte. Denn selbst wenn die Vier bis zum Schluss höchst flexibel, technikaffin und engagiert waren, bei den festen Sitzplätzen im Lehrerzimmer verstanden die Damen überhaupt keinen Spaß.

Auch die Schülerinnen und Schüler bedankten sich bei ihren Lehrerinnen. Eine Abordnung aus allen Klassen überreichte der Fachoberlehrerin Roswitha Herrler gute Wünsche, aufgeschrieben auf Kieselsteinen. Und der Fachbereich Werken und Gestalten würdigte das Engagement Herrlers mit einem getöpferten Ammoniten, dem Logo der Schule. Die Klassenlehrer Glück, Gerner und Meier wurden von ihren „letzten“ Kindern mit Gedichten, Liedern und Geschenken geehrt. Und auch Zeugnisse mit humorvollen und hintergründigen Bemerkungen hatten die Kinder geschrieben. Den Unterricht fanden die Schüler „spitze“, das Durchsetzungsvermögen erkannten sie als „stets vorhanden.“ Besonders jedoch lobten sie das große Engagement beim Online-Unterricht. Daran konnte Kollege Andreas Fichtl direkt anschließen. In lustigen Versen berichtete er, wie aus vier Lehrerinnen mit Papier und Stift in zwanzig Monaten Pandemie „Digital Experts“ wurden.

„Damit ihr uns nicht vergesst, haben wir euch Wünsche aufgeschrieben“, schloss der Schulleiter die bunte und kurzweilige Feier. Mit Lehrerin Ramona Schiebel überreichte er Poesiealben mit vielen Einträgen und Bildern aus insgesamt über 160 Jahren Freude am Beruf.